Wladimir Kossjanenko

Der aus Russland stammende österreichisch-kroatische Bratschist und Dirigent Wladimir Kossjanenko begann seine musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren. Mit sieben wurde er in die Spezial-Musikschule für hochbegabte Kinder seiner Heimatstadt Alma-Ata aufgenommen und schloss diese 1986 mit der Staatsprüfung als Lehrer und Orchestermusiker ab.

1986 bis 1991 studierte er Viola bei Wladimir Stopitschew am renommierten Rimskij-Korsakow-Konservatorium in St. Petersburg. Zu der Zeit besuchte er auch die Dirigierklasse von Professor Ilja Musin. Noch während der Studienzeit war er als Assistenz-Dirigent und Solobratscher des Ensemble der Leningrader Solisten tätig.

1991  kam er  nach der Einladung des von Claudio Abbado geleiteten Gustav Mahler Jugendorchesters nach Wien. Hier setzte er seine Studien bei Hans Peter Ochsenhofer und Thomas Kakuska an der Musikuniversität fort und 1999 mit einstimmiger Auszeichnung magistrierte.

Wichtige künstlerische Impulse erhielt er auch von Michael Kugel im Rahmen eines Studienjahres am Königlichen Konservatorium Gent (Belgien) sowie an den Meisterkursen von Norbert Brainin (Amadeus Quartett), Walter Levin (LaSalle Quartett), Günter Pichler (Alban Berg Quartett), Joel Krosnik (Julliard Quartet), Milan Škampa (Smetana Quartett) und Issac Stern.

Seine Tätigkeit von 1993 bis 1996 als Substitut im Wiener Staatsopernorchester und bei den Wiener Philharmonikern schloss auch Konzerte bei den Salzburger Festspielen mit ein. In dieser Zeit spielte er unter der Leitung von Claudio Abbado, Sir George Solti, Sir John Eliot Gardiner, Carlo Maria Giulini, Lorin Maazel, Sir Simon Rattle, Riccardo Muti, Pierre Boulez.

1994 bis 1998 war Wladimir Kossjanenko als Erster Solobratscher im Grazer Philharmonischen Orchester engagiert.

In den Jahren 1998 bis 2007 war Wladimir Kossjanenko Mitglied des Hugo Wolf Quartetts. 1999 wurde er mit seinen Kollegen mit dem Europäischen Kammermusikpreis in Paris und 2003 mit dem Pasticcio- Preis des ORF in Wien ausgezeichnet. Konzerttourneen führten ihn bis nach Südamerika, Mexiko, Südkorea, Japan und in die USA.

In den vergangenen 20 Jahren spielte er als Kammermusiker und Solist mehr als 500 Konzerte in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt wie in Carnegie Hall New York, Suntory Hall Tokio, Concertgebouw Amsterdam, Tonhalle Zürich, Konzerthaus Luzern, Royal Albert Hall und Wigmore Hall London, Birmingham Symphony Hall, Berliner und Kölner Philharmonie, Cité de la Musique Paris, Palais des Beaux-Arts Bruxelles, Tschaikowsky Konservatorium Moskau, The Mariinsky Concert Hall St. Petersburg, Herkules-Saal München, Wiener Musikverein und Konzerthaus, Mozarteum Salzburg, Megaron Athen, National Gallery of Art und Phillips Collection Washington D.C., Skirball Center Los Angeles und Los Angeles Center of Modern Art.

Darüber hinaus wurde er zu den Festivals in Edinburgh, Colmar, Jerusalem, Trondheim, Prag, Dortmund, Schwetzingen, Genf, Buenos Aires, Havanna, Osaka, Dubrovnik, Servantino Mexiko, L’été musical dans la vallée du Lot, Stars of the White Nights St. Petersburg, Splitsko Ljeto, Sv. Donat Zadar, Styriarte, Schubertiade Roskilde, Carinthischer Sommer, Klangbogen Wien, Schubertiade Schwarzenberg, Forte Music Fest Almaty, Warna Musik Sommer eingeladen.

Zu seinen Kammermusikpartnern zählten unter anderem Bruno Canino, Gérard Caussée, Michael Kugel, Nicolas Angelich, Patricia Kopatchinskaja, Paul Meyer, Jean-Guihen Queyras, Mario Hossen, Mihaela Ursuleasa, Petrit Ceku,  Altenberg Trio Wien, Ensemble Wiener Collage, Ensemble XX. Jahrhundert Wien, Tartini Quartett Ljubljana, Sebastian Quartet und Trio Orlando Zagreb.  Bei den „Waldzell-Meetings Österreich“ trat er gemeinsam mit Paulo Coelho, Lilly Brett, Robert Menasse und Luc Bondy auf.

Die Aufnahmetätigkeit von Wladimir Kossjanenko dokumentiert sich in zahlreichen Produktionen für Rundfunk (darunter Direktübertragungen durch den ORF, BBC 3, HR 3, Radio France Paris, RSR Espace 2 Suisse Romand, Deutschland Radio Berlin, Süd-West-Funk Baden-Baden, Minnesota Public Radio) und Fernseh-Stationen (TV-Produktionen für „Unitel Classic“ Berlin, ORF, TV Irland, HTV Kroatien, KBS Süd-Korea und Japan), National TV Bulgarien sowie durch Tonträger.

Die bisherigen CD-Produktionen, die er gemeinsam mit Vesna Podrug, Yuliya Gorenman, Jean-Guihen Queyras, Xavier Phillips, Igor Malinovsky, Edin Karamazov und dem Hugo Wolf Quartett realisierte, beinhalten Werke von J.S. Bach, Hindemith, Waxmann, Debussy, Schostakowitsch, Haydn, Beethoven, Schubert, Brahms, Dvorak, Ravel, Ligeti, Leo Brower und Kenny Wheeler und sind bei „Gramola“, „Atlantis Art“, „Extraplatte“, „Lumaudis“ und „Cam Jazz“ erschienen.

Wladimir Kossjanenko spielte die Uraufführungen der Werke von Friedrich Cerha, Johannes Maria Staud, Erich Urbanner, Zbigniew Bargielski, Otto Zykan, Ernst Leitner, Dirk D’Ase, Kenny Wheeler, Srečko Bradić, Zoran Novačić  und vieler anderen zeitgenössischen Komponisten.

Von 1999 bis 2003 war Wladimir Kossjanenko als Assistent in der Violaklasse von Michael Kugel tätig.
2008 übernahm er die Professur für Viola und Kammermusik an der Kunstakademie der Universität in Split.
2011 formierte er aus den Studenten der Kunstakademie ein Streichorchester, mit welchem er mehrere Konzertauftritte und eine CD-Produktion mit Werken von Vivaldi, Grieg, Janaček, Strauss und Gardel realisierte.

Studierende seiner Kammermusik Klasse gewannen mehrmals den Ersten Preis des Kroatischen National Wettbewerbes, zwei seiner Viola-Studentinnen wurden 2016 und 2018 als die besten in Kroatien von der Kroatischen Nationalen Agentur mit dem Bildungs-Oscar ausgezeichnet.

Seit 2001 gab er 45 Meisterkurse für Kammermusik und Viola in Europa und Asien darunter in Japan (Sapporo University), Belgien (Royal Conservatoire Bruxelles), Niederlanden (Royal Conservatoire Maastricht), Großbritannien (Guildhall School of Music and Drama London, University of St. Andrews), Griechenland (Thessaloniki State Conservatoire), Frankreich (Rencontres musicales internationales des Graves, L’Université d’Eté Lions de la Musique Les Orres), Slowenien (Musikakademie in Ljubljana), Kroatien (International Musik Summer school of the University of Split; Upbeat Hvar-Brać; Elly Bašić Music College Zagreb; Summer school Trogir und Sinj), Bulgarien (New Bulgarian University Sofia), Bosnien und Herzegovina (Musik-Akademie Sarajevo) und Österreich (Internationale Orpheus Akademie Wien), Kazachstan (State Conservatore Almaty).

Wladimir Kossjanenko wird regelmäßig als Jury-Mitglied zu renommierten internationalen Wettbewerben eingeladen wie zB. Watson Forbes International Viola Competition in St Andrews/Schottland (2009), Internationaler Wettbewerb „Rudolf Matz“ in Dubrovnik (2008, 2010 und 2013), 3rd International Guitar Competition in Split (2009) sowie Boris Papandopulo Wettbewerb in Zagreb (2012, 2016) und National-Wettbewerb für Violine und Viola in Zagreb (2018, 2020).

Seit 2009 arbeitet er regelmäßig mit den Zagreber Solisten.

2012 gründete er gemeinsam mit der Pianistin Vesna Podrug ein neues Festival unter dem Titel „Bach-Tage in Split“, welches alljährlich zum Geburtstag des Komponisten durchgeführt wird. 2019 wurde das Festival von der Europäischen Festival Association  mit dem EFFE Label – „Remarkable Arts Festival of Europe 2019-2021“ ausgezeichnet.

2012 gründete Wladimir Kossjanenko das Kammerorchester „Virtuosen von Split“ und wurde sein künstlerischer Leiter und Dirigent. Der kroatische Staatspräsident Dr. Ivo Josipović übernahm die Schirmherrschaft über die erste Konzert-Saison der Virtuosen von Split. Mit dem Ensemble realisierte Wladimir viele Konzerte in Kroatien und dem Ausland.

Als Dirigent trat er in Deutschland, Österreich, Bulgarien und Kroatien auf.

Als Solist spielte er mit der Bayerischen Kammerphilharmonie, Zagreber Solisten, Jerusalem Festival Orchestra, Arthur Rubinstein Philharmonie Lodz, Capella Lutherana Wien, Les Orpheistes Sofia, Kammerorchestern von Zadar und Split.

Wladimir wurde mehrmals als gastierender Solo-Bratscher vom Orchestre Philharmonique de Luxembourg, Orchestre de l´Opera Royal de Liege, Orchester der Oper von Rijeka eingeladen.

2019 wurde Wladimir Kossjanenko für seinen außergewöhnlichen Beitrag zu Musiksleben der Stadt Split mit dem „Goldener Gregory-Preis“ („Zlatni Grgur“)  ausgezeichnet.

2021 wurde Wladimir zum Vorsitzenden der Abteilung für Streichinstrumente und Gitarre an der Kustakademie der Universität Split gewählt.